Israelische Soldaten zerstören Wohnviertel in Hebron und vertreiben Familien
Israelische Truppen haben nach Angaben der Stadtverwaltung von Hebron im Viertel Ein Deir Baha Häuser über mehrere Strassenzüge hinweg zerstört. Bis Samstagnachmittag seien 35 Hektar abgerissen oder zur Zerstörung vorgesehen und rund 1.500 Menschen aus ihren Wohnungen vertrieben worden. Etwa 300 Familien kamen demnach bei Verwandten und Bekannten sowie in von der Stadt geöffneten Gemeinschaftsräumen und Kinderspielstätten unter. Die gesamte Stadt mit rund 250.000 Einwohnern wurde an allen Zufahrten durch Kontrollpunkte abgeriegelt. Wafa berichtete zudem von Plänen zur Vertreibung weiterer 2.500 Menschen.
Auslöser war ein Angriff zweier Bewaffneter auf einen israelischen Militärposten ausserhalb Hebrons. Nach einem etwa 20-minütigen Feuergefecht waren zwei israelische Soldaten und beide Angreifer tot, drei weitere Soldaten wurden verletzt. Ein Deir Baha soll das Herkunftsviertel der Angreifer gewesen sein.
Vier Tage vor der israelischen Wahl kündigten Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Finanzminister Bezalel Smotrich vor Ort eine harte Reaktion an. Netanyahu erklärte, Israel werde den Ort zerstören; Smotrich sprach von einer gross angelegten Militäraktion nach dem Vorbild Gazas und des Libanons. Der Bürgerrechtler Issa Amro bezeichnete die Räumungen als kollektive Bestrafung unbeteiligter Familien und warf der Regierung vor, ihr Leid für den Wahlkampf zu nutzen. Die israelische Armee reagierte laut Guardian zunächst nicht auf eine Anfrage zu den Zerstörungen.
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