Vucic räumt deutliche Wahlniederlage in Serbien ein
In Serbien bahnt sich ein grundlegender Machtwechsel an: Nach zwölf Jahren an der Spitze des Landes hat Aleksandar Vučić am Sonntag das Ende seiner Regentschaft verkündet und eine schwere Niederlage bei der Parlamentswahl eingeräumt. Der serbische Staatschef, der international oft mit Ungarns Viktor Orban oder dem US-Amerikaner Donald Trump verglichen wird, wandte sich in der Belgrader Parteizentrale seiner Serbischen Fortschrittspartei an Journalisten und Parteimitglieder. Auf Grundlage einer geschichteten Stichprobe sei unmissverständlich klar, dass man die Wahl verloren habe.
Den Urnengang entschied die von Protesten getragene Bewegung Student List für sich. Laut Vučić entfallen auf die Liste zwischen 135 und 140 der insgesamt 250 Mandate im serbischen Parlament, womit sie über eine absolute Mehrheit verfügt. Seine eigene Serbische Fortschrittspartei kam demnach nur noch auf 105 Sitze.
Dem politischen Erdrutschsieg waren massive Proteste vorausgegangen: Studierende der Generation Z hatten zuvor zwei Jahre lang auf den Straßen demonstriert. Nach dem deutlichen Wählervotum strebt die studentische Bewegung nun die Führung der neuen Regierung an. Damit endet die jahrelange Vormachtstellung von Vučić und seiner Partei in Belgrad.
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