Personalisierter mRNA-Krebsimpfstoff senkt Rückfall- und Sterberisiko um 42 Prozent
Eine entscheidende Studie von Merck und Moderna liefert erstmals belastbare Daten dafür, dass eine individuell auf den jeweiligen Patienten zugeschnittene mRNA-Krebsimpfung die Behandlungsergebnisse verbessern kann. In Kombination mit dem Checkpoint-Hemmer Keytruda verringerte Intismeran bei Menschen mit Melanom das Risiko eines Rückfalls oder Todes um 42 Prozent gegenüber einer alleinigen Behandlung mit Keytruda. Die Ergebnisse wurden beim Jahrestreffen der European Society for Medical Oncology in Madrid vorgestellt.
Der Erfolg gilt als wichtiger Fortschritt für ein Forschungsfeld, das trotz jahrzehntelanger Versuche bislang kaum klinisch überzeugende Krebsimpfstoffe hervorgebracht hat. Vinod Balachandran vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center beschrieb diese Vorgeschichte als rund 100 Jahre weitgehenden Scheiterns. Anders als vorbeugende Impfungen gegen Infektionskrankheiten soll die maßgeschneiderte mRNA-Behandlung das Immunsystem gezielt im Kampf gegen einen bereits vorhandenen Tumor unterstützen.
Nun richtet sich der Blick auf die praktische Einführung bei Melanomen und auf die Frage, wie breit sich solche personalisierten Therapien herstellen und einsetzen lassen. James Larkin vom Londoner Royal Marsden Hospital hält den Ansatz grundsätzlich auch bei anderen Tumorarten für anwendbar. Ob sich der Nutzen dort ebenfalls bestätigt, müssen weitere Studien zeigen.
Weiter in der App — abstimmen & mitreden ➔