Serbiens Vučić räumt Niederlage bei vorgezogener Parlamentswahl ein
Aleksandar Vučić hat die Niederlage seiner SNS bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Serbien eingeräumt. Nach vorläufigen Ergebnissen kommt die von der studentischen Protestbewegung getragene Liste auf 138 der 250 Sitze und damit auf eine absolute Mehrheit; Vučić selbst sprach von 135 bis 140 Mandaten. Für die SNS werden 104 beziehungsweise 105 Sitze erwartet, die übrigen Mandate entfallen auf Parteien ethnischer Minderheiten.
Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 70 Prozent und war damit so hoch wie seit dem Zerfall Jugoslawiens 1992 nicht mehr. In Städten und Gemeinden bildeten sich lange Schlangen vor den Wahllokalen, ebenso an Auslandsvertretungen. In Belgrad feierten Studierende und andere Gegner Vučićs das Ergebnis auf den Straßen.
Der Urnengang folgte auf fast zwei Jahre anhaltende, von Studierenden angeführte Proteste gegen Korruption und eine zunehmend autoritäre Politik. Auslöser war der Einsturz eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad im Jahr 2024, bei dem 16 Menschen starben. Die führungslose Jugendbewegung wurde damit zum bislang stärksten Herausforderer für Vučić und seine seit 14 Jahren regierende Partei. Der Wahltag verlief angespannt: Rund um die Wahlkommission in Belgrad war Bereitschaftspolizei im Einsatz, aus mehreren Landesteilen wurden gewaltsame Zwischenfälle gemeldet. Vučić erklärte dennoch, das Ergebnis und den Wählerwillen anzuerkennen.
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