Flavio Bolsonaro flieht in die USA und erklärt sich zum gewählten Präsidenten Brasiliens
Der bei der brasilianischen Präsidentschaftswahl unterlegene Flavio Bolsonaro ist am Mittwochmorgen mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern in Miami eingetroffen. Zuvor war die Familie über Argentinien und Guayaquil in Ecuador gereist. Obwohl der Oberste Gerichtshof Brasiliens im Zusammenhang mit Geldwäscheermittlungen die Abgabe seiner Pässe angeordnet hatte, verließ Bolsonaro das Land. Er bestreitet die Vorwürfe; nach Angaben von AFP konnte er mit seiner italienischen Staatsbürgerschaft reisen. Die USA stellten der Familie Visa aus.
Wenige Stunden nach seiner Ankunft erklärte sich der rechte Senator zum rechtmäßigen gewählten Präsidenten. Ohne Belege warf er Luiz Inacio Lula da Silva und dem Obersten Gerichtshof einen „Wahlputsch“ vor und kündigte an, die Opposition aus den USA zu führen. Internationale Beobachter bewerteten die Abstimmung vom Sonntag dagegen als fair. Erst am Montag hatte Bolsonaro noch erklärt, im Land bleiben, seine Pässe abgeben und sich verteidigen zu wollen.
Politisch und juristisch ist die Flucht besonders brisant, weil Bolsonaros Immunität mit dem Ende seiner Senatsamtszeit im Februar ausläuft. Seine Ausreise könnte zudem die Beziehungen zwischen Brasilien und den USA belasten. Donald Trump hatte Zweifel am Wahlablauf angedeutet und zuvor von einer juristischen Verfolgung Jair Bolsonaros gesprochen. Flavios Vater sitzt in Brasilien wegen einer Verschwörung zur Sicherung seiner Macht nach der Wahlniederlage von 2022 im Gefängnis.
Weiter in der App — abstimmen & mitreden ➔