Nato-Oberbefehlshaber skizziert dreistufigen Plan für den Ernstfall
Nato-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich hat auf dem Sicherheitsforum in Warschau ein neues militärisches Konzept zur Abwehr eines potenziellen russischen Angriffs auf das Bündnisgebiet vorgestellt. Der General unterstrich dabei, dass eine militärische Konfrontation gegenwärtig weder unmittelbar bevorstehe noch unausweichlich sei. Eine glaubhafte Einsatzbereitschaft erfordere jedoch, nicht bloß für das Wahrscheinliche zu planen, sondern sich gezielt auf alle denkbaren Ernstfälle vorzubereiten.
Die von Grynkewich dargelegte Doktrin, die er als Siegesstrategie („Theory of Victory“) bezeichnet, sieht ein dreistufiges Vorgehen vor. Im ersten Schritt („Block“) sollen die alliierten Streitkräfte einen gegnerischen Vorstoß unmittelbar stoppen. Dem General zufolge muss die Verteidigung dabei bereits vor dem ersten Schuss des Gegners einsetzen. Setzt der Angreifer seine Operationen dennoch fort, folgt die zweite Stufe („Blunt“): Sie zielt darauf ab, die Wucht des Angriffs zu brechen und jedes weitere Vorrücken wirksam zu unterbinden.
Reicht auch diese Gegenwehr nicht aus, greift die dritte Phase („Break“), in der die gegnerischen Truppen sowie ihr gesamtes militärisches Führungs- und Unterstützungssystem zerschlagen werden sollen. Mit diesem Stufenplan will die Nato verdeutlichen, dass das Bündnis darauf vorbereitet ist, einen Aggressor nicht nur aufzuhalten und zu zermürben, sondern dessen Streitkräfte im Konfliktfall nachhaltig militärisch zu besiegen.
Weiter in der App — abstimmen & mitreden ➔