Trump beschert Republikanern die schwerste Wahlniederlage seit 1976
Das Ausmaß der Niederlage der Republikaner bei den US-Wahlen wird erst nach und nach sichtbar. Im landesweiten Stimmenanteil für das Repräsentantenhaus liegen die Demokraten etwa 13 Prozentpunkte vorn – ein Abstand, wie ihn die Partei seit einem halben Jahrhundert nicht mehr erreicht hat. Der bislang vergleichbare Höchstwert stammt aus dem Jahr 1976. Die Zahlen deuten darauf hin, dass viele Wähler Donald Trump ablehnten und diese Haltung auch auf ihre Entscheidung für das Repräsentantenhaus übertrugen. Der Republikaner Ted Cruz sprach deshalb von einer Zurückweisung auf Watergate-Niveau.
Besonders deutlich zeigte sich der politische Umschwung in Texas, einem seit Jahrzehnten republikanisch geprägten Bundesstaat. Der Demokrat James Talarico setzte sich dort mit zwölf Prozentpunkten Vorsprung gegen Ken Paxton durch, den von Donald Trump unterstützten Kandidaten. Während der Auszählung lag Talarico im Westen von Dallas zeitweise mit 91,9 zu 6 Prozent vorn. Fast alle anderen wichtigen Ämter gingen ebenfalls an die Demokraten. Der Kommentator Hasan Piker reagierte angesichts des Ergebnisses ungläubig und verglich den ungewöhnlich großen Abstand ironisch mit Wahlergebnissen von Baschar al-Assad und Wladimir Putin. Der Erfolg wird von US-Medien als historischer Erdrutschsieg beschrieben: Ein Großteil der Wähler scheint nicht nur einzelne republikanische Kandidaten, sondern die politische Richtung unter Trump zurückgewiesen zu haben.
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