Früherer Chicagoer Ermittler nach 65 Jahren als Mörder eines Kindes identifiziert
Mehr als 65 Jahre nach der Ermordung der achtjährigen Gloria Kowalewicz hat die Polizei von Chicago den Täter identifiziert: Thomas McInerney, damals ein knapp 25-jähriger Polizist und später selbst Mordermittler. Gloria verschwand am Morgen des 12. November 1960 auf dem Weg von ihrem Elternhaus im Stadtteil West Englewood zu einer Messe. Wenige Stunden später wurde ihre erschossene Leiche in einem Graben südwestlich von Chicago gefunden.
Am Tatort sicherten Ermittler unter anderem ein Projektil, Glorias Mantel sowie ihre weiße Kommuniontasche mit Gebetbuch; vom Riemen der Tasche wurde ein Fingerabdruck genommen. Eine groß angelegte Suche und die Befragung von rund 1300 Menschen führten damals jedoch zu keinem Verdächtigen. Erst Anfang 2026 stellte das FBI mithilfe von DNA-Daten einer genealogischen Website eine Verbindung zu McInerney her. Weitere DNA-, Fingerabdruck- und ballistische Untersuchungen bestätigten nach Angaben der Polizei seine Täterschaft. Er wohnte zur Tatzeit in der Nähe des Mädchens.
McInerney war 1959 zur Polizei gekommen, arbeitete bis 1987 in Chicago und später als Ermittler für zwei Büros der staatlichen Pflichtverteidigung in Nevada. Er starb 2006 im Alter von 70 Jahren und wurde nie zur Rechenschaft gezogen. Glorias Eltern erfuhren zu Lebzeiten nicht, wer ihre Tochter getötet hatte. Ihr Bruder Adam Kowalewicz bezeichnete die Aufklärung als Erleichterung, äußerte aber zugleich Bitterkeit darüber, dass McInerney sich nie vor Gericht verantworten musste.
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