Niedrig dosiertes Aspirin bei bestimmtem Genprofil mit geringerem Demenzrisiko verbunden
Eine neue Analyse der Monash University deutet darauf hin, dass niedrig dosiertes Aspirin das Demenzrisiko bei älteren Menschen mit einem bestimmten genetischen Profil senken könnte. Ausgewertet wurden Gen-Daten von mehr als 13.500 Teilnehmenden der ASPREE-Studie. Frühere Untersuchungen hatten für die Gesamtgruppe keinen vorbeugenden Effekt von Aspirin gezeigt.
Entscheidend war ein genetischer Wert, der mit der Zahl der Blutplättchen zusammenhängt. Unter den 20 Prozent mit den höchsten Werten entwickelten 1 Prozent der mit Aspirin behandelten Personen eine Demenz, gegenüber 3,3 Prozent in der Placebogruppe. Das entspricht einem um rund 70 Prozent geringeren relativen Risiko. Zugleich traten jedoch schwere Blutungen häufiger auf: bei 4,4 Prozent unter Aspirin und bei 2,1 Prozent unter Placebo.
Das Signal betraf nicht die bekannten genetischen Risikofaktoren für Alzheimer oder andere Demenzformen, sondern weist auf die Biologie der Blutplättchen hin. Diese sind an der Blutgerinnung beteiligt; ihre Aktivierung und Verklumpung wurden bereits früher mit Demenz in Verbindung gebracht. Ob sich daraus eine personalisierte Vorbeugung ableiten lässt, müssen Untersuchungen in weiteren Bevölkerungsgruppen und anschließend eine gezielte klinische Studie klären. Wegen des erhöhten Blutungsrisikos sollte niemand auf Grundlage dieser Analyse eigenständig Aspirin zur Demenzprävention einnehmen.
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